Bunte Biester

Eine Freundin erzählte mir neulich, dass sie ungewollt
Schmetterlinge im Bauch hätte. Ich entgegnete ihr: „Schmetterlinge? Du meinst diese bunten Biester, die alles auf den Kopf stellen? Die haben sich doch nur verkleidet. Eigentlich sind es kleine Teufel, die Dir gemeine Fallen stellen oder Dir eine Bananenschale hinwerfen, auf der Du nur ausrutschen sollst. Und dann brechen sie Dir nicht nur Dein Herz, sondern zertrümmern Dein ganzes Leben. Ich kann Dir nur raten: Ignoriere sie. Lass den Schwarm vorüber ziehen. Lass Dich bloß nicht auf sie ein oder Dich von ihren schönen bunten Farben täuschen. Auch nicht von ihrer Leichtigkeit und wenn sie Dir zärtlich schmeicheln. Die wollen Dir nur ein Bein stellen. Und wenn du dann hinfällst Liebes, stehst Du so schnell nicht wieder auf. Guck in den Spiegel, Du bist 46. Du hast Tränensäcke unter den Augen und Deine Brüste hängen. Und Du hast einen tollen Mann. Der hat auch Tränensäcke und einen kleinen Bauch. Aber irgendwie passt das doch auch zusammen. Was willst Du mit einem Kerl, der Deinen Aufwand für die Wiederherstellung Deiner Schönheit ins Unermessliche treibt? Das kostet nur Zeit und Geld, das Du eigentlich gar nicht hast. Kauf Dir ein paar Turnschuhe und geh laufen. Das baut Stress ab und ist gut für die Figur. Denn Du darfst eins nicht vergessen: Jeder, wirklich jeder kann von Schmetterlingen befallen werden. Auch Dein Mann. Und wer weiß? Vielleicht hat er schon welche.

Willkommen in meinem Blog !

Ich bin ein Mädchen, eine Frau, eine Texterin, eine Mutter, ein Kleinkind und manchmal alles zu gleicher Zeit. Ich liebe den Monat Mai. Nicht nur, weil ich in ihm Geburtstag habe, sondern weil ich jedes Jahr das Gefühl habe, dass im Mai alles von vorne beginnt. Ich liebe den Sonnenschein, Petit fours und diese kleinen runden Dinger mit Buttercreme in der Mitte – wie heißen die nochmal –  ach ja: Macarones. Ich wollte mal Seiltänzerin werden und schaffe nicht mal einen Handstand. Ich hasse Gartenarbeit und technische Gebrauchsanweisungen. Eigentlich hasse ich jede Art von Anweisungen. Und Excel – Tabellen. Mathe kam mir noch nie logisch vor, deshalb habe ich heute auch Probleme meinen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen. Ich bin bequem. Große Anstrengungen mag ich nicht. Viel lieber stelle ich mir die großen Fragen nach dem Warum. Warum muss eigentlich heute jeder ein Abitur haben? Warum heißt es Schmetterlinge im Bauch und warum bleiben sie nicht für immer? Warum funktioniert der Drucker nie, wenn ich ihn dringend brauche? Wie lange dauert nochmal die Pubertät und warum will jeder seine Mitte finden? Manchmal ist es doch auch ganz gut, wenn man einfach mal neben sich steht. Es gibt Zeiten im Leben, in denen man gar nichts im Griff hat. Aber Gottseidank gibt es dann Hörbücher, Hugo oder Blogs, wie diesen.

Ich wünsche Euch gute Unterhaltung.
Eure Ivonne

FABIAN ist da !

Ich wollte mich mit Fabian Giesder nicht über Politik unterhalten, weil ich von Politik nichts verstehe. Ich wollte mich mit Fabian über Fabian unterhalten und was er macht, wenn er die Wahl verliert. Ob er ein ordentlicher Mensch ist und was das schönste Erlebnis in seinem Leben war, erfahrt ihr hier im Interview:

Download FABIAN: FABIAN_online_130418

SIMONE ist da !

Eigentlich bin ich an einem Sonntag im Dezember in Simone´s Café gekommen, um mich mit ihr über Wellness zu unterhalten. Am Ende haben wir eine Menthol-Zigarette nach der anderen geraucht und festgestellt, dass wir Wellness gar nicht brauchen, weil es uns hier doch ziemlich gut geht. Wie Simone zu Botox & Co. steht und was sie überhaupt nicht leiden kann, erfahrt Ihr im ganzen Interview.

Download Magazin: SIMONE_Online

Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich wie immer über Eure Feedbacks.

Eure Ivonne

Schenken macht glücklich


Und wer dabei noch etwas Gutes tut, der wird noch glücklicher. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Denn ich unterstütze zum Beispiel das Projekt Dunia ya heri – eine kleine Organisation, die ein Waisenheim in Tansania errichtet. Dieses Jahr ist viel passiert bei Dunia ya heri: 15 neue Kinder konnten ein Zuhause finden, 1000 Mangobäume und 250 Kokospalmen entwickeln sich dank einer solarbetriebenen Brunnenanlage prächtig. Im nächsten Jahr steht der Bau eines Wasserturmes an. Jeder Euro ist dabei willkommen. Ich möchte Euch in diesem Zusammenhang eine Weihnachts-CD anbieten. Sie enthält beschwingte Weihnachts-Ohrwürmer, gesungen von Sunside-up aus Meiningen.

50% der Einnahmen spende ich an Dunia ya heri. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr diese Aktion mit unterstützt. Vielen Dank. Eure Ivonne.

Preis pro CD: 9 EUR
Bestellung per E-Mail: info@fuchs-friends.com

HEIKE ist da!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ingolf heißt jetzt Heike. Und das aus gutem Grund. Denn Heike ist Expertin in Sachen Krise, genauer gesagt in Sachen Lebenskrise oder besser gesagt, wie man gar nicht erst rein kommt oder schnell wieder raus. Denn darum geht es in dieser Ausgabe. Um November-Blues und Winter-Depri. Es geht um die richtig schlechten Gefühle. Um Ärger, Wut, Verzweiflung, und Zorn. Und während ich dieses Editorial aufgeregt in mein Smartphone tippe, stecke ich selbst gerade mittendrin in einer Krise. Warum? Weil das komplette Manuskript dieser Ausgabe weg ist, weil mein Laptop ein Problem mit dem neuen Betriebssystem hat und weil alle Daten einfach pfutsch sind. Ich könnte schreien und heulen und das Ding vor Wut gegen die Wand knallen. Doch dann höre ich die freundliche Stimme meiner Individualpsychologin Heike in meinem Ohr: „Ivonne, wo ist dein Anteil an dieser Situation?“ Ok, ich hätte ein Backup machen können. Hab ich aber nicht. Und deshalb muss ich jetzt eben ganz von vorne anfangen. Das ist wie im echten Leben. Es gibt Zeiten, da hat man keine Backup-Lösung. Manchmal ist man einfach noch nicht bereit für ein neues Betriebssystem. Oder zu alt. Beides führt dann zu Komplikationen und es hakt. Da nützt weder ein Neustart noch ein Kaltstart. Dann muss man eben einfach nochmal von vorne anfangen. Und meistens wird es sogar besser. Diese Ausgabe ist ein Potpourri mit Tipps und Ideen, die Miesepeter-Stimmung und Trübsal in dieser dunklen Jahreszeit gar nicht erst aufkommen lassen.

Ich wünsche Euch viel Freude und wenn gar nichts mehr geht, dann gibt es ja Gottseidank: Hugo und Heike Köhler.

Download: HEIKE_Online_1217

Offline Camp

Weil ich auf den Artikel Expedition Offline so viele positive Rückmeldungen bekommen habe, habe ich mir etwas für Euch ausgedacht.

Viele von Euch würden eine Tour dieser Art auch gerne einmal an einem Wochenende in heimischen Gefilden ausprobieren. Deshalb lade ich Euch zu meinem 1. Expedition Offline – Grundkurs herzlich ein. Der Kurs findet in der Rhön statt. Damit die Kursinhalte in einer hochwertigen Qualität vermittelt werden können, wird die Gruppenstärke je Kurs max. 10 Personen sein. Ab sofort könnt ihr Euch für einen Platz an einem der beiden Termine anmelden.

TERMIN:
26.5. bis 27.5.2018 (Ausgebucht-Neue Termine auf Anfrage)

KURSINHALTE:

  • Planung einer Unternehmung
  • Orientierung
  • Anlegen von Lagerplätzen
  • Feuer machen
  • sinnvolle Ausrüstung und Verpflegung
  • verschiedene Arten des Kochens
  • Beurteilung und Reinigung von Wasser
  • Wetterprognosen und Verhalten bei unterschiedlichen Witterungen
  • natürliche Gefahren und Krisenmanagement
  • Outdoor-Psychologie
     

    Der Kurs findet hauptsächlich in der Natur statt. Unsere Zelte schlagen wir in der Rhön auf. Wasser ist vorhanden, für den Notfall auch eine Übernachtung in einer Hütte. Die Kursinhalte vermitteln wir sowohl in der Hütte, als auch draußen.

    LEISTUNGEN:

  • Kurs & Kursmaterial
  • Übernachtung im Mehrbettzimmer und/oder Zelt
  • Vollverpflegung

PREIS PRO PERSON:

  • 195 EUR / zzgl. 20 EUR Übernachtung falls in der Hütte übernachtet wird

Der Grundkurs findet ab 4 Personen statt. Die maximale Gruppenstärke liegt bei 10 Personen. 

UNSERE OUTDOOR-ERFAHRUNGEN:

1998 Lappland Husky-Expedition: nördlich vom Polarkreis im Land der Samen / im Dividal NP, 3 Wochen mit eigenem Huskygespann Trekking
2004 Australien – Tasmanien – Neuseeland: Hinchinbrook Island Thorsborne-Trail, Kepler Routebern, Milford-Trek, Overland-Trek, Southcoastal-Trail
2005 Mongolei: 850 km zu Fuß durch die Wüste Gobi, ZDF-Dokumentationsfilm
2006 Argentinien, Chile: Aconcagua Basislager, Fitz Roy, Patagonien
2008 Ecuador: Chimborazo, Cotopaxi, Galapagos Inseln
2009 Island: Snæfellsjökull, Gletscherwanderung
2010 Jordanien: Trekking
2011 Namibia, Botswana: Trekking
2012 Kanada, Alaska: Kajaking mit Orcas, West Coast Trail (ältester und am schwierigsten begehbarer Schiffsrettungsweg in Kanada, Tour durch den letzten pazifischen Regenwald)
2015 Costa Rica, Südafrika: Trekking
2016 Nepal: Besteigung Kalar Phattar / 5620 m, Besteigung Island Peak / 6142 m, Mount Everest Basislager / 5300 m
2017 Schweden: Kajak-Tour
2017 Norwegen: Adventure Trip mit National Geographic

ANMELDUNG & WEITERE INFORMATIONEN:

King Kong Events
Ivonne Lesser-Fuchs
info@kingkongevents.de
Mobil: 0170 740 7283
www.kingkongevents.de

Download Programm:
Flyer_A5_Expedition Offline – Grundkurs

INGOLF ist da !

Ingolf ist nicht mein neuer Freund, sondern die 1. Ausgabe meines neuen Lifestyle-Magazins für Meiningen und Umgebung.

Und nur wo Ingolf drauf steht, ist auch Ingolf drin. Genauer gesagt: Ingolf Kellermann. Ich war mit Ingolf eine Nacht lang auf der Pirsch und habe nicht nur einiges über sein Lieblingshobby erfahren, sondern auch was er am allerliebsten gleich morgens nach dem Aufstehen macht und was in seinem Haushalt niemals fehlen darf.

Viel Spaß beim Lesen ! Download

 

 

 

 

 

Expedition Offline – Teil 2

Es dauert eine Weile bis wir unser diesjähriges Feriendomizil erreicht haben. Nach ungefähr 20 Stunden Autofahrt geht es jetzt nicht mehr weiter. Nur zu Fuß. Ich transportiere in meinem Rucksack alle Bekleidungsstücke der Familie. Mein Mann schleppt Angelausrüstung und Proviant, die Kinder sind ausgerüstet mit Kleinutensilien und einer medizinischen Notversorgung. Wir gehen über kleine, teils unbefestigte Wege, über Wiesen, durch Bäche, vorbei an rauschenden Wasserfällen. Nach etwa 2 Stunden sehen wir erstmals in der Ferne ein kleines Holzhaus, das sich einsam über einen See erhebt. Wir sind da. Endlich. Wir, und eine Herde Schafe. Sonst ist keine Seele weit und breit zu sehen. Kein zweites Ferienhaus. Keine Nachbarn, die uns in einer Notsituation helfen könnten. Kein Bäcker, kein Fleischer, keine Tankstelle, an der wir das vergessene Nutella-Glas einkaufen können. Nichts. Ich werde unruhig und ziehe vorsichtshalber mein Handy aus der Tasche, nur für den Notfall. Ich schaue auf´s Display und sehe … nichts. Kein Netz. Ich mache einen Neustart, damit es sich erst mal finden und orientieren kann in dieser neuen Umgebung. Aber auch nach 3 Neustarts immer noch der gleiche Anblick. Kein Netz. Das gibt es nicht. Als würde es die Situation irgendwie verbessern, fange ich an, mein Handy panisch zu schütteln. Wir sind doch in Europa, das kann nicht sein. Ich gehe ins Haus. Aber auch hier kein Netz. Jetzt bekomme ich Angst. Ich wusste ja, dass in unserer Hütte kein WLAN zur Verfügung steht und auch kein Strom und fließend Wasser, das hatten wir schließlich extra so ausgewählt, um unseren Kindern zu zeigen, dass man mit ganz wenig Mitteln auskommen kann. Und wie schön es vor allem ohne Handy sein kann. Ja, das stimmt. Aber dabei ging es mehr um all die Spiele auf den Geräten. Es ging um das Zocken und Chatten. Das hier ist doch etwas ganz anderes. Wir sind ganz alleine hier draußen.
Nachdem wir unser Domizil bezogen haben, verbringe ich den Rest des Tages damit, aus meinem Handy eine Wünschelrute zu machen. Ich komme mir vor wie ein Junkie. Damit der Rest der Familie nichts von meinen digitalen Entzugserscheinungen bemerkt, tarne ich mich mit Kapuzenpulli und krieche durch die Blaubeerbüsche vor unserem Haus auf der Suche nach Anschluss an die Zivilisation. Ich komme mir ein bisschen vor wie in der 10. Klasse, heimlich beim Rauchen auf dem Schulhof. Sobald meine Kinder in Reichweite sind, lasse ich mein Handy in die Blaubeerbüsche fallen. Aber der Zustand meines iphones bleibt auch nach einem halbem Liter Blaubeeren unverändert und so kapituliere ich an diesem ersten Abend.
Am nächsten Morgen werde ich nicht vom sonst üblichen Marimba-Klingelton geweckt, sondern vom Blöken einer Herde Schafe vor unserer Hütte. Ich weiß nicht genau wie spät es ist, aber dem Stand der Sonne nach zu urteilen, muss es etwas zwischen 9 und 10 Uhr sein. Schlaftrunken tappe ich die Holzleiter von unserem Schlafsaal hinunter in den Aufenthaltsraum. Ich schalte wie gewohnt mein Handy ein, um die Wetter-App zu checken, meinen Schrittzähler einzuschalten und alle Emails und Nachrichten zu lesen, die über Nacht so herein geflattert sein könnten. Statt einer Kaffeemaschine oder wenigstens einer Dolce Gusto finde ich einen Holzofen vor, der darauf wartet angefeuert zu werden. Langsam erinnere ich mich. Wir haben keinen Strom. Wir haben kein fließendes Wasser. Wir haben kein Auto. Wir haben keine Nachbarn. Wir haben Null-Empfang. Und wir haben das alles so gewollt. Ich könnte heulen. Wir haben verdammt nochmal nichts. Nichts, nichts, nichts. Nur diese Hütte, eine kleine Wasserquelle und den großen See voll mit Fischen, ein Boot und ungefähr 1 Million Blaubeeren und Holz und Instantkaffee. Selbst gemachte Marmelade, ein großes Brot, Mehl, Zucker, Eier, Butter, Nudeln, Würstchen, Expeditionsnahrung für den Notfall und Teebeutel, die wir 3 mal aufgießen können. Wir haben sehr viel Erfahrung dank meines Mannes. Wir haben riesige Bergwände, die sich links und rechts erheben und unserem Haus Schutz bieten. Wir können uns im Fluss waschen und am Bach die Zähne putzen. Wir haben die Sonne, den Regen, den Wind. Und wir haben uns. Was genau fehlt mir also, was mein Handy mir bieten könnte?
Ich komme mir blöd vor, weil mir klar wird, wie abhängig ICH eigentlich von diesem Gerät bin. Ich schalte es also aus und begebe mich in den digitalen Entzug. Freiwillig. Ich verlasse die virtuelle Welt. Dann mache ich echtes Feuer, hole Wasser und bereite das Frühstück. Es gibt Brot, Butter, Marmelade, ein kleines Stück Wurst für jeden und Blaubeeren, mit Zucker. Wir spielen Spiele mit echten Figuren und Karten, die wir selbst mischen. Wir gehen wandern und angeln und lesen dicke Bücher. Aus Papier, mit echten Seiten. Unsere Kinder denken sich Kunststücke aus. Und ich neue Ideen. Es gehen keine Smartphone-Displays zu Bruch, aber auch keine Schneidezähne oder Schlüsselbeine. Es gab nur eine dicke Lippe und wir haben einen Fußnagel verloren. Ansonsten haben wir auf unserer „Expedition Offline“ sehr viel gelernt. Zum Beispiel, dass wir nur in den Himmel schauen müssen, um zu wissen wie das Wetter wird. Dass die Sonne uns verrät, wie spät es ist und dass wir einen Schrittzähler gar nicht brauchen, weil wir uns hier draußen sowieso genug bewegen. Dass man zusammenfindet, wenn man sich nicht aus dem Weg gehen kann. Dass man nichts verlieren kann, wenn man nichts besitzt. Dass neue Ideen kommen, wenn man altes los lässt. Dass wir nichts vermissen müssen, weil wir uns ja schon haben. Und dass nicht meine Kinder ab und zu eine digitale Diät brauchen, sondern ich.

Diese Zeit ohne digitale Ablenkung war eine echte Erfahrung für mich. Offline auf Zeit kann ich Euch nur empfehlen und deshalb habe ich mir etwas für Euch ausgedacht. Zum Beispiel ein „Offline-Camp“ in der Rhön, mehr dazu gibt’s in den nächsten Tagen. Ich würde mich also freuen, wenn Ihr mir auch weiterhin gewogen bleibt.

Expedition Offline – Teil 1

Ich weiß noch genau wie unsere Urlaube waren, als ich noch klein war. Meistens sind wir mit unseremTrabant an den Senftenberger See gefahren und haben dort mit den polnischen Kindern aus dem Nachbar-Bungalow Federball gespielt. Oder Schnipsel gejagt. Oder Regenwürmer gerettet. Wir haben den ganzen Tag Kunststücke geübt und abends unseren Eltern Zirkus vorgespielt. Irgendwas ist dabei immer zu Bruch gegangen. Zum Beispiel das Schlüsselbein meiner Schwester oder mein rechter Schneidezahn. Aber heute bricht man sich keine Arme, Beine oder Fußzehen mehr. Heute gehen allerhöchstens Smartphone-Displays zu Bruch. Und heute wird das Ferienhaus auch nicht mehr nach der kürzesten Entfernung zum Strand ausgewählt, sondern danach ob es WLAN besitzt oder nicht. Unser diesjähriges Sommer-Urlaubs-Verkaufsgespräch im Kreise unserer Kinder begannen wir deshalb so:

„Stellt Euch vor, wir fahren in den Urlaub dahin, wo es im Sommer praktisch nie richtig dunkel wird. Das ist ganz da oben im Norden. Da wo der Weihnachtsmann wohnt. Worauf unsere Tochter erwiderte: Willst Du mich veralbern? Seit wann gibt es den Weihnachtsmann? Ich holte aus: „Naja, Du weißt schon, da wo man sich erzählt, dass er angeblich dort leben soll. Also jedenfalls wird es dort fast nie dunkel im Sommer. Das heißt Du darfst sehr lange aufbleiben. Wir können mit dem Boot raus fahren und richtige Fische angeln. Es gibt Schluchten und Seen und Fjorde und man sagt, dass die trolligsten Trolle dort leben“, hauchte ich geheimnisvoll. „Aha“ erwiderte Kind Nr. 3 etwas altklug. Und jetzt kommt das Beste, das habt Ihr noch nieeeee gesehen: „Unser Haus hat Gras auf dem Dach“, quietsche ich vergnügt und klatsche dabei in die Hände wie eine 4-Jährige. Was unsere Kinder skeptisch werden ließ. „Unser Haus hat also Gras auf´m Dach. Und hat es auch WLAN“? Pause. “Nein, hat es nicht“, knirsche ich leicht verunsichert mit den Zähnen. „Auch keinen Strom, kein fließend warmes Wasser und keine eigene Zufahrt, in die wir mit unserem Wagen komfortabel einfahren und parken können. Erreichen werden wir unser Ferienhaus übrigens nur per 2-stündigem Fußmarsch. Das bedeutet wir müssen Proviant und Kleidung selbst auf dem Rücken schleppen. Wasser holen wir selbst aus der nahe gelegenen Quelle und Holz für den Ofen müssen wir selbst schlagen. Unser Essen müssen wir selbst zubereiten. Mit dem Boot fahren wir nicht aus romantischen Gründen hinaus. Wir werden die Fische, die wir fangen nicht wieder zurück ins Wasser werfen. Wir werden sie essen, wenn wir selbst nicht verhungern wollen.“ rede ich mich langsam aber sicher in Rage. Kleinlaut fragen unsere Kinder zur Sicherheit nochmal nach: „Und du bist wirklich sicher, dass es dort überhaupt kein klitzekleines bisschen WLAN gibt“? Nope, nothing. Auch kein Facebook, kein Whatsapp, kein Snapchat. Es gibt nichts zu liken, zu bloggen, zu chatten zu snapchatten zu googlen oder youtuben. Das einzige was ihr abonnieren könnt, ist ein Spieleabend mit Euren Eltern. „Aber warum machen wir das?“ Schreien alle wild durcheinander. Wir machen das, weil es ein Unterschied ist, ob Du einen Fisch nur aus dem Buch kennst oder ob er dir die Schwanzflosse um die Ohren haut. Weil es ein Unterschied ist, ob du ein Konzert auf youtube verfolgst oder abends die Gitarre selbst in die Hand nimmst. Weil es ein Unterschied ist, ob dir der Schweiß den eigenen Rücken runter läuft, weil du es bis auf diesen Berg geschafft hast, oder ob Du ein Foto auf Instagram like-st. Weil es ein Unterschied ist, ob du aus voller Kehle lauthals lachst oder noch den passenden Emoji suchen musst. Wir machen das, weil wir Menschen sind. Echte. Und weil es da draußen eine echte Welt gibt, in der es soviel zu entdecken gibt. Ich will dass ihr es seht mit euren eigenen Augen. Hört mit euren eigenen Ohren. Ich will dass ihr Gänsehaut bekommt und Erinnerungen, die für immer bleiben auf eurer eigenen Festplatte. Im Kopf. Stolz zeige ich auf die Krone über meinem rechten Schneidezahn: Wisst Ihr, warum ich die habe? Einmal im Urlaub haben wir Zirkus gespielt. Ich war der Frosch, der etwas zu hoch gesprungen war und dabei etwas zu hart gelandet ist. Der Zahn war ab, aber ich habe trotzdem ziemlich viel Applaus bekommen. Manchmal springt man im Leben eben einfach mal zu hoch und landet zu hart. Und genau dann ist es gut, wenn Du weißt wie Du Feuer machen kannst, damit Dir wieder warm wird.

Mein Blog wird also für die nächsten 2 Wochen ruhen. Ich werde nicht in Echtzeit berichten, weil ich gerade im echten Leben bin. Aber ich erzähle Euch von unserem Experiment „Offline Camp“ und ob unsere Kinder diese Zeit überlebt haben, wenn wir zurück sind.

Zähne zusammenbeißen !

Ich hatte mir für den diesjährigen Theater-Sommerball extra ein tolles Sommerkleid in rot gekauft. Eins, das die entscheidenden Schwachstellen meines 42 Jahre alten Körpers gut kaschiert, aber trotzdem schick aussieht und perfekt passt, zu meinem gold schimmernden Teint, den ich mir extra für dieses Event im Solarium zulegen wollte. Zu diesem gold schimmerndem Teint hatte ich mir extra ein Paar goldene Schuhe mit einem goldenen 10 cm – Absatz bestellt. Ich wollte für eine besondere Frisur zum Friseur zu gehen und mir außerdem einen nigelnagelneuen Nagellack, natürlich aus dem Hochpreis-Segment gönnen, der perfekt zum Rot meines Kleides passen sollte. Ich schaue auf die Uhr, es ist 18.36 Uhr. Normalerweise müsste ich jetzt längst unter irgendeiner Trockenhaube sitzen und mindestens die Fussnägel sollten für meine 10 cm hohen Sandaletten perfekt gestylt sein. Sind sie aber nicht. Genauso wenig wie der Rest von mir. Denn normalerweise sollten es jetzt auch angenehme 25 Grad im Schatten sein, die zu einer lauen Sommernacht im Englischen Garten einladen. Stattdessen lungere ich zusammen mit unserer nigelnagelneuen British-Langhaar-Katze auf unserer Couch herum und schaue zu wie es Bindfäden regnet. Wozu also beeilen? Mein rotes Kleid passt ohnehin nicht zum Wetter. In den 10 cm Absätzen kann ich keine 3 Meter laufen, geschweige denn tanzen. Ich habe es mal wieder nicht geschafft ins Solarium zu gehen, deshalb ist mein Teint nicht goldig, sondern altrosa wie immer und einen rubinroten Nagellack für die 20 Nägel meines Körpers habe ich auch nicht. Ich friere schon allein beim Anblick meines Kleides und das einzige was momentan zu diesem Tag und diesem Wetter passt, sind meine Haare, die lassen mich ebenfalls ziemlich hängen. „Meine Füße werden morgen gefühlte 250 Blasen haben und ich werde laufen wie auf Eiern“, jammere ich vor mich hin. Bis mich meine Tochter mit ernster Miene und wenig kompromissbereit auffordert: „Du ziehst jetzt dieses Kleid und diese Schuhe an und beißt gefälligst die Zähne zusammen. Das macht man so auf dem roten Teppich.“
Na dann. Auf los, geht’s los. 
Was tut man nicht alles für die Kinder;-)